Mittwoch, 8. November 2017

ÜBER VERLORENE MIKROFONE, DIE 80ER UND EINEM BONUS-TRACK NUR FÜR DEUTSCHLAND


Am 3. November 2017 hat die Band Klangstof ihre neue EP "Everest" veröffentlicht. Und da ich mich meist nicht nur mit dem alleinigen Konsum der Musik zufrieden gebe, sondern auch diverse Hintergründe und Informationen über die Songs erfahren möchte, habe ich die einfach selbst bei Sänger Koen in diesem Track-By-Track erfragt:
*original English version below


Everest


Die 1. Single der neuen EP war ein Versuch eurerseits, einen Song im 80er Jahre Stil von A-Ha aufzunehmen. Was hat euch dazu motiviert?

Zu der Zeit tourten wir gerade durch die USA, zusammen mit den Flaming Lips. Und da sie in den 80ern geboren wurden, versuchten wir zu entdecken, was sich damals so [musikalisch] abgespielt hat. Immer wenn wir im Van waren, hörten wir Songs aus den 80ern und nach einer Weile begannen wir es auch wirklich zu mögen. Denn ich denke, die Produktion ist sehr interessant - die Songs sind immer extrem catchy und sie verwendeten damals diese schrägen Synth-Sounds. Also haben Wannes, der Keyboarder, und ich angefangen, mit diesen typischen Synthesizer-Klängen herumzuexperimentieren und so ist dann "Everest" entstanden.

Und auch von der lyrischen Seite betrachtet. Ich habe schon immer den Refrain von "Take On Me" von A-Ha geliebt, weil er nichts bedeutet. Ich wollte einfach auch eine Zeile haben, die genauso seltsam ist wie der Text von "Take On Me". Da hatte ich die Idee zu "all I want is Everest". Es ist zwar kein kompletter Nonsense, aber auch kein korrektes Englisch, was ich amüsant fand. 

Ich denke, es ist nicht ganz so achtziger wie ein 80s Song, was heute aber auch fast unmöglich zu realisieren ist. Insgesamt hatten wir einfach Spaß an dem Versuch, in alte Musik einzutauchen. Es ist auch der Song, der uns die meiste Freude beim Aufnehmen bereitet hat, weil wir uns geöffnet und Dinge probiert haben, die wir so mit Klangstof noch nicht machen durften.


Resume

Mir ist aufgefallen, dass dieser Song bereits auf eurem Album "Close Eyes To Exit" als Bonus-Track erschienen ist. Warum habt ihr euch dazu entschieden, ihn auch noch mit auf die EP zu nehmen?

Wir haben letztes Jahr am 9. September unser Album veröffentlicht und der Termin für den Release in Deutschland wurde für zwei Monate aufgeschoben. Deshalb hat das Label gefragt, ob wir nicht einen Bonus-Track für Deutschland machen könnten - und "Resume" wurde dann dieser Bonus-Track. Also hatten nur die Leute in Deutschland diese Version des Songs bereits gehört und sonst eigentlich niemand. 

Aufgrund dessen entschieden wir, den Track der EP hinzuzufügen. Wir mögen den Vibe davon und es war auch die erste Sache, an der wir zusammen als Band geschrieben haben. Im Gegensatz zu dem ersten Album, das ich quasi als Solo-Künstler geschrieben habe.


Names

Das meiste der vier Songs habt ihr geschrieben, während ihr mit den Flaming Lips und Miike Snow auf Tour wart, wo ihr auch keinen Zugang zu euren Instrumenten hattet. Wie habt ihr trotz dessen den Prozess des Songschreibens [von "Names"] gemeistert?

Wir haben nach Aufnahmen geguckt, die wir bei Proben zuhause aufgezeichnet hatten und daraus den Song zusammengebaut. Ich habe einige der Takes dann schneller oder langsamer gemacht, so dass aus den Probenmitschnitten eine Art Instrument wurde. So haben wir auch andere Songs angefertigt - indem wir bereits vorhandene Aufnahmen versucht haben zu schneiden und zu bearbeiten, bis es wie ein richtiges Instrument klang.

Eine witzige Sache bei "Names" war auch noch, dass wir unsere Mikrofone irgendwo verloren hatten. Dadurch musste ich die Vocals dann mit meinem Macbook aufnehmen. Also ist ein Großteil des Gesangs so entstanden, dass ich in mein Macbook sang, während wir herumfuhren. Besonders dieser Song ist wohl der "most Van-sounding" Song der EP.

Insgesamt ist es natürlich viel einfacher, Musik zu schreiben, wenn man im Studio ist. Aber wir wurden auch kreativer, weil wir viel mehr überlegen mussten, um Lösungen zu finden, da wir ja nur begrenzte Möglichkeiten hatten.



The Lows Will Keep You High Enough

Obwohl ich jedes einzelne der vier Lieder von der EP mag, ist dieser wohl mein Lieblingssong. Immer wenn ich ihn mir nach einem stressigen Tag anhöre, hat er eine beruhigende Wirkung und fühlt sich wie nach Hause kommen an. Was assoziierst du persönlich mit dem Song?

Ich schätze es ist auch mein Lieblingssong von der EP, darin können wir uns schon mal einig sein. Es ist einer dieser Songs, an dem man nicht so hart arbeiten muss. Man startet einfach seinen Computer, öffnet das Programm und es passiert alles automatisch. Ich hatte nur ein paar Akkorde und diese Zeile für den Gesang.

Ich wollte diesen zusammengebauten Sound erreichen, den wir beim ersten Album hatten. Nur diesmal mit elektronischen Instrumenten. Und wir dachten, es wäre cool, eine Art Drop am Ende dieses Zusammengebauten zu haben, nach dem etwas komplett anderes kommt. Es war wirklich toll an dem Song zu arbeiten und immer, wenn ich ihn mir jetzt anhöre, werde ich davon beruhigt.

Er hat eine entspannte Atmosphäre und ist nicht aggressiv, einfach nur träumerisch und schön, was ich an Musik immer mag. Also wenn ich mich gestresst fühle, ist das auch der Klangstof Song, zu dem ich greifen würde. Es gibt keine catchy Hooks oder irgendetwas, dass die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Es ist einfach so, wie einen Wasserfall zu beobachten.





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Everest

I got the information that this song is a try to write a pop-hit in 80s style, like the ones A-ha did. Where did that motivation come from?

We were touring at this time. I think we were in the USA touring with Flaming Lips. And they were born in the 80s. So we were just trying to discover what happened in the 80s. Every time we were in the van, we would listen to some songs from the 80s. After a while we really started to actually like it. Because I think the productions are really interesting - it's always extremely catchy and they used this weird synth-sounds. So me and Wannes, the keyplayer, we were playing around with those classic 80s synthesizer sounds and that's how "Everest" was born. 

And also lyricwise. Like "Take On Me" by A-ha - I always really loved the chorus of that song because it doesn't mean anything. So I wanted to have some line, that was just as weird as the "Take On Me" lyrics. So I came up with "all i want is Everest". It's not nonsense but it's not correct English, which I thought was really funny. So basically it was just us trying to have a lot of fun digging into some old music.

I think it is not as 80s as an 80s song. But I think that's almost impossible to make nowadays. But yeah, I'm really happy with the result. It was definitely the song we had the most fun while we were recording it. Just because we opened up and did everything we weren't allowed to do with Klangstof. And we put that into that song.

Resume

I noticed that this song wasn't first published on the new EP but also on your album "Close Eyes To Exit", where it already appears on as a bonus-track. Why did you decide to put it on the EP, too?

Well that's a funny thing. We released the record on the 9th of September last year and the German Release was postponed by two months. So the label asked if we could make a bonus-track for Germany. And "Resume" became the bonus-track. So only the people in Germany had already heard that version of the song. That was the thing. No one had actually heard the song except for the Germans. 

So we thought - let's put it on the EP aswell cause we really like the vibe of the song. It was the first thing we wrote after the record was finished and it meant a lot to us because it was the first song we wrote together as a band. Instead of me writing as a solo-artist, which the first record kind of was.


Names

You wrote most of the songs while being on the road with the Flaming Lips and Miike Snow and you had no access to all of your instruments. So how did you figure that songwriting process [of "Names"]out? 

We were looking for samples that we recorded during rehearsels we did back home. I kind of sped up and slowed down some of the takes and kinda made an instrument out of us rehearsing. And that's what we did on a lot of tracks. Going through things we previously recorded and tried to cut it and edit it, until it sounds like a proper instrument.

The funny thing with Names is aswell that we, I think we lost our microphones somewhere. And then I had to do the vocals on my macbook. So a lot of the vocals on that song are just like me singing into my macbook while we were driving around. It was just like a really fun way to write music and especially that song is, I think, the most van-sounding song we have on the EP

It's just way easier to write music when you actually have access to your studio. But the funny thing that happened was, that we did get a lot more creative by doing it. Because you really have to dig deep and try to find solution because there are just certain things you can do. So for us it was harder but also we were much more creative than we were when we were in the studio. That was a good thing about the songwriting while being on tour.

The Lows Will Keep You Hight Enough

That's my favourite track of the EP although I enjoy listening to each of the four songs. But this one really calms me down after a stressful day and every time I listen to it, it feels like coming home. What do you personally associate with that song? 


Well I guess it's also my favorite song of the EP, so we can agree on that. Sometimes you don't really have to work hard to write a song. Sometimes you start your computer, open up your program and everything happens automatically - and that song was really one of those songs. I just had a few chords and I had this vocal line, which I thought was really strong.

I wanted to create the same kind of built-up as we had on the first record. Now this time just with electronic instruments. So that's how we built the song. We thought like - how cool would it be to have this drop at the end of the built-up and then go to something completely different. 

Now I feel like every time I listen to it I really get calmed down aswell. It has a really relaxing atmosphere and it's not like aggressive or something. It's just very dreamy and nice, which I always really love about music. So whenever I feel stressed out it's also my kind of go-to Klangstof song. There aren't any catchy hooks and nothing that drags your attention. It's just like watching a waterfall. 

Kommentare:

  1. Antworten
    1. Oh ja! "Names" hat richtig Drive aufgrund der Drums - und seit ich die Story mit den Mikrofonen kenne, höre ich das Lied doch noch mal aus einer anderen "Sicht"..

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  2. Hört sich nicht schlecht an, auch wenn ich es ja eher etwas härter mag :-) Das beste an den 80er Jahren war für mich als Hairmetal / Glamrock aufkam.....aber nur mal so nebenbei.
    An die Zeit wo "Take on me" raus kam erinnere ich mich aber auch noch, ein ganz besonderes Video.
    Ja, ich bin ein Kind der 80er und das war gut so :-) Allerdings denke ich immer dabei....heute ist heute.

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    1. Hey!:) Ich finde es immer soo interessant in andere Epochen einzutauchen, aber mit dem "heute ist heute" stimme ich dir zu. Man kann halt nicht hundertprozent etwas erschaffen wollen, dass nicht einen Anteil der heutigen Zeit in sich trägt. Und btw, Glamrock find ich auch mega✌🏻😅

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