Mittwoch, 6. Dezember 2017

LIEBE AUF DEN ERSTEN SONG


Ich stehe in der ersten Reihe und applaudiere. Tränen in den Augen. Und ein lachendes Herz in der linken Brust. Erfüllt von dem Erlebnis, endlich auf dem so sehnsüchtig erwarteten Konzert von Sundara Karma zu sein. Endlich die eine Band live zu sehen, die mich seit Monaten durch ihre Musik mit Kraft und Inspiration versorgt. Und mir schon längst mehr bedeutet, als jede andere musikalische Neuentdeckung diesen Jahres.


"Memories have gone 
 No past to build upon 
 But there's finer things to be rectified 
 So let's live and lose ourselves"

Es war Liebe auf den ersten Song. Meine Faszination für das britische Quartett, dessen Indie/Art Rock, die Stimme von Sänger Oscar und seinen schillernden, femininen Style kennt seit dem keine Grenze. Ist es nicht wunderbar, wenn Musik eine Atmosphäre schafft, die nostalgische Gefühle weckt und dich gleichzeitig das Gestern vergessen lässt? Du berührt, berauscht bist von jedem einzelnen Lied? Und nicht allein die Musik, sondern das Gesamtbild der Band eine unerschöpfliche Inspirationsquelle darstellt?


"But I found you 
 And you found me 
 And we're happy being nobody"

Hohe Erwartungen an den Abend des 4. Dezembers 2017, an welchem ich in der Kantine am Berghain (Berlin) Sundara Karma das erste Mal hautnah gegenüberstehe. Trotzdem ist hier Enttäuschung fehl am Platz. Zwischen der Bewunderung meinerseits und den Menschen, die diese auslösen, liegt nichts weiter als stickige, mit effektvollem Rauch durchsogene Luft. Eine Armeslänge entfernt singt Oscar die Zeilen, die selbst beim Anhören zuhause nicht über die ein oder andere Träne hinwegkommen.


"Hold my flame and set a light"

Nicht stillstehen, sondern tanzen. Freudentänze. Dynamische Drums, heiße Gitarrenmelodien und euphorische Energie der ausgewählten Songs entflammen ein Feuer und bringen das Publikum ins Schwitzen. Die graziösen Bewegungen des Sängers setzen die Highlights auf der sonst so unspektakulär beleuchteten Bühne. In mir mischt sich krasse Begeisterung mit dem sehnlichen Wunsch, dass das Konzert, was vor zwei Stunden mit einem wahnsinnig tollen Auftakt von Blaenavon anfing, nicht schon vorbei ist.


"I don't want to lose the feeling 
 I've searched so hard to find the meaning"

Ein Rausch an Glücksgefühlen lässt den Abend irgendwie unwirklich erscheinen. Blaenavon. Sundara Karma so nah sein. Die Musik und Lieblingslieder erste Hand konsumieren. Ein Höhepunkt meines Konzertjahrs. Ist das wirklich passiert?




Setlist:
01 A Young Understanding 
02 Loveblood 
03 Run Away 
04 Be Nobody 
05 Flame 
06 Lakhey 
07 Olympia 
08 Watching From Great Heights 
09 Lose The Feeling 
10 She Said 
11 Deep Relief 
12 The Night 
13 Happy Family 
14 Explore

Kommentare:

  1. Auch bei mir ist das Liebe auf den ersten Ton! Danke für diesen tollen Tipp!

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    1. Sehr sehr gerne! Sundara Karma sind viel zu underrated, meiner Meinung nach. Toll, dass ich meine Begeisterung an dich weitergeben konnte :D

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  2. Wie schön, dass die Band auch live so begeistern kann! Hab mal eben in die Playlist reingehört, Olympia finde ich super!

    Alles Liebe,
    Verena
    whoismocca.com

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    1. Hach ja, es war so unfassbar fantastisch! Und Olympia spielt bei mir auch in Dauerschleife. Ich finde dieses „she‘s the best in all of Paris at aching and breaking hearts“ so catchy :D

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LIEBLINGSBAND: PARCELS