Samstag, 31. März 2018

AUS WOCHENSTARTBLUES WIRD ROCKKONZERT



Ein fettes Grinsen im Gesicht, die Augen lebendig leuchtend. Rot, blau, grün vom Scheinwerferlicht. Vor Erwartung angespannte Körper, die sich beschwingt zum Takt bewegen. Der typische, triste Montag mit seiner antriebslosen Müdigkeit wurde heut eingetauscht. Gegen eine Konzertkarte für X Ambassadors.

Das Columbia Theater in Berlin füllt sich. Bis zur letzten Ecke von Bar bis Bühne, dann geht es los. Morgxn eröffnet den Abend. Und beendet gleichzeitig Spekulationen aus den Reihen des Publikums, das sich fragt, ob X Ambassadors sich bei der Wahl des Support-Acts von dem x im Namen beeinflussen ließen und welchen Buchstaben dieser Platzhalter wohl ersetzt.

 

Doch das spielt keine Rolle mehr, als der Singer/Songwriter aus Nashville beginnt, mit nichts als seiner Stimme die Aufmerksamkeit der zuvor noch kritischen Besucher auf sich zu ziehen. Später setzen sphärische Klänge ein. Elektronisch, tanzbar und überzeugend. Die grundlegende Atmosphäre für die folgende musikalische Darbietung ist damit geschaffen.

 

Jubel hakt die Band ein und geleitet sie sicher an ihren Platz auf der Bühne. Positioniert hinter den Instrumenten - einer Ausrüstungen, die bei richtiger Anwendung den gesamten Saal des Theaters einnehmen wird. Mit bebenden Drums und kraftbetankter Stimme, die Melodie des zweiten Songs „Jungle“ erfüllt den Raum und lässt spätestens jetzt alle Montagsgedanken den Rückzug antreteten. Ersetzt sie mit neugewonnener Euphorie.

 

Das Set aus alten, neuen und noch unveröffentlichten Songs des amerikanischen Trios gibt dem Alltagstrott der Hauptstadt einen neuen Puls; den roten Gemäuern des Saals eine Seele und dem Publikum einen Grund zum Tanzen. Sich selbst in der Musik zu verlieren, seine Bewegungen vom Rhythmus tragen zu lassen – ganz wie Casey Harris an den Keys. Und bei bekannten Klassikern wie „Renegades“, „Low Life“ oder „Hang On“ taucht jeder kurz in die Rolle des Sängers ein, den vollen, souligen Gesang Sam Harris' begleitend.

 

Die Puste des Frontmanns wird ebenfalls bald dazu genutzt, dem bereits auf der Bühne lauernden, goldenen Saxophon weiche Töne zu entlocken. Nicht zu vergessen die kleinen Song bezogenen Ansprachen, die schon den nächsten Programmpunkt vermuten lassen. So auch bei „Litost“, dem ersten Hit der Band oder „Gorgeous“ - an diesem Abend Zugabe, mein persönliches Highlight und den beautiful people in Berlin gewidmet.

Und so wurde aus meinem Wochenstartblues ein Rockkonzert.








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