Donnerstag, 10. Mai 2018

FESTIVALGEFÜHLE FÜR'S WOHLFÜHLFESTIVAL



Die Malzwiese. Ein Festival, das im Grunde einer zu groß geratenen Grillparty unter Freunden gleicht. Zwischen einigen unbekannten Gesichtern, hört man doch hin und wieder vertraute Stimmen. Man tauscht sich aus und fühlt sich wohl. Das liebevoll zubereitete Essen wird viel zu schnell verspeist. Und zur guten Laune passend, gibt es Musik bis die Lautsprecher aufgeben.


Was ich 2017 besonders als kleinen Tagesurlaub mit überschaubarem und dennoch vielfältig gewähltem Programm positiv in Erinnerung habe, gibt es dieses Jahr in der extended version. Für noch mehr musikalische Highlights und kulturelle Angebote. Für noch mehr Blumenkränze, Spaziergänge über das wunderschön angelegte Gelände der Malzfabrik und Tänze vor der Apollo oder Sputnik Bühne. Für noch mehr Begeisterung.

Doch bleiben wir bei der Sache, auf die ich mich mit Abstand am meisten freue: den musikalischen Rahmen des ganzen (und einer Begeisterung, die aufgrund der Acts schnell wie von selbst folgt). Unter den Musikerinnen und Musikern, die das erste Juni-Wochenende mit ihren Kompositionen bereichern, sind nämlich einige Lieblinge meinerseits.

Razz
Die Songs dieses Vierergespanns entzücken mich nicht erst seit Kurzem. Ob Debütalbum "With Your Hands We'll Conquer" oder Platte 2 "Nocturnal" - während der Gesang in den Bann zieht, sorgt das Zusammenspiel von Gitarre, Bass und Schlagzeug für Dynamik. Das Ergebnis sind Songs, sogleich tanzbar als auch ergreifend. Das dabei weder Konzertsaal noch Festivalwiese ungerockt bleiben, kann ich bezeugen.


Yukno
Einst begleiteten sie als Support die Indierocker von RAZZ, jetzt treffen beide Bands auf der Malzwiese wieder zusammen - nachdem nun auch Yukno mit eigener Platte die Clubs Deutschlands betourt hat. Die Brüder Georg und Nikolaus kombinieren Pop mit Elektronik mit poetischen, deutsprachigen Texten. Der daraus entstehende Sound trägt einen durch die lauen Sommernächte und der sanfte Gesang noch weit darüber hinaus, ohne anzuecken.


Rikas 
Da ist sie wieder, die Band mit dem Sommer im Gepäck. Und was sich auf einer Playlist zur heißesten Jahreszeit gut macht, ist auf einem Festival allemal am rechten Platz. Ich erwarte Lebensfreude, Witz und Musik, die mich mit ihren blumig-spritzigen Melodien von der Wiese, auf der ich stehe, abholen und zur nächsten Strandparty begleiten wird. Mit ihrer EP "Swabian Samba" verfügt das Quartett jedenfalls über Material, das eine Enttäuschung dahingehend unmöglich macht. Ich spreche aus zweijähriger Daughterville Festival Erfahrung.


Cassia
Was für Rikas gilt, gilt auch für Cassia, die ebenfalls bereits einen Platz auf meiner Sommerplaylist für sich beansprucht haben. Die Malzwiese bringt das Trio nun wieder nach Berlin, in die Stadt mit den zweitmeisten Hörern ihrer Musik laut Spotify. Kein Wunder, dass die Hauptstädtler gern mittels der exotischen Sounds und lockeren Rhythmen Cassia's, die  ein unbeschwertes Urlaubsfeeling ausstrahlen, dem Alltagstrott entfliehen.


Leyya
Elektro-Pop. Wehmütiger Gesang auf der einen Seite und auf der anderen elastische Soundkonstruktionen, die ebenso farbige Akzenten setzen, als auch sich anschmiegend an das Gesamte anfügen. Die Musik des Wiener Duos ist hin- und hergerissen zwischen Nachdenklichkeit und Tatendrang.


Nils Lucas  
Keine Band. Jedoch freue ich mich auf den Part, den Nils Lucas bei der diesjährigen Malzwiese spielt. Wer den Fotograf noch nicht bei Konzert oder Festival hinter der Kamera bemerkt hat, hat spätestens die dazugehörigen Fotos bewundert. Und auf dem Festival wird es eine Ausstellung geben mit Einblicken in die vermeidliche Magie des Tourens. Für mich als Fotografiebegeisterte und dazu noch Fan von Nils Lucas' Fotokunst kann ich die Besonderheit dieses Punktes nur betonen.

Worauf ich ebenfalls ein Auge im Programm geworfen habe: Bergfilm, Lola Marsh, Bonaparte, ein Graffiti Spray Battle, die DIY Arena zur Blumenkranzherstellung, die mobile Dunkelkammer für ein analoges Portrait. 

RECORDS ARE A GIRLS BEST FRIEND