Montag, 21. Mai 2018

FÜR MEHR BAGUETTE UNTER DEN MUSIKALISCHEN TOASTBROTEN



Heutzutage ist ja alles auf Englisch. Hast Du Dich nicht auch schon mal gefragt, wo da die sprachliche Diversität geblieben ist? Oder, noch wichtiger, für was Du nun jahrelang eine zweite Fremdsprache in der Schule gelernt hast? Zumindest die Leute aus dem Französischunterricht können jetzt aufatmen und ihre Kenntnisse endlich sinnvoll einsetzen. Zum Musik hören. Denn unsere frankophonen Nachbarn haben songtechnisch so einiges zu bieten. Über Rap, Schlager, zuckersüße Balladen, Pop, Elektro und Rock, Indie.

La Femme / Où va le monde
Mit ihren verschwörerisch anmutenden, psychedelischen Sounds sind sie die erste Gruppe, die mir bei französischem Indie in den Sinn kommt. Die Kombination aus Pop-, Rock und Elektroelementen fand schon vor einiger Zeit ihren Weg in mein Ohr und hinterließ einen bleibenden Eindruck. 


Lescop / La forêt
Im Gegensatz dazu habe ich Lescop erst vor kurzem entdeckt. Seine abwechslungsreiche Monotonie im Gesang und ehrliche Instrumentierung haben es mir angetan. Auch hier geht es in die bekannte und geliebte Richtung des Indie. Sehr locker, aber mit teilweise düsteren Lyrics.


Stromae / tous les mêmes
Wer kennt ihn nicht, den Belgier, der 2010 mit seinem Hit "Alors On Danse" Französisch tanzbar machte. Doch nicht einzig dieser Song von Stromae lässt die Hüften schwingen. Das Material beider seiner Alben, sowie die vor kurzem erschienene Single "Défiler" sind sowohl poppig als auch nachdenklich. Eine gute Mischung, wenn Du mich fragst.


Asyl / Sous La Pluie
Von poppig zu rockig. Mit rauen Gitarren, Schlagzeug und einer kühlen Stimme. Diese Band, die hier wahrscheinlich niemand kennt, war in Frankreich nicht nur im Radio, sondern ebenfalls Opener für die Stranglers oder Blink-182. Auch wenn sie jetzt nicht mehr aktiv sind, ist ihre Musik nach wie vor kraftvoll lebendig.


Second Sex / Mon Autre Côté
Und wir bleiben im Genre des Rock. Das Quartett Second Sex schleudert einem ungehemmt und ungefiltert Töne entgegen, die sich zu einem derben Ganzen zusammensetzen. 


Témé Tan / Améthys
Ein krasser Gegensatz zum vorhergehenden Lied. Témé Tan überzeugt mit sanften, fast träumerischen Melodien, die durch Elektro-Elemente akzentuiert werden. Seine Musik ist eine Synthese verschiedenster Kulturen, dessen Geschichten in seinem ruhigen Gesang mitschwingen.


Indila / Dernière danse
Indila hat eine dieser süßen Stimmen, die perfekt mit dem lieblichen Image der französischen Sprache im Einklang sind. Obwohl ihre anderen Songs mich nicht vollständig mitreißen, ist der bekannte "Dernière danse" ein echter Ohrwurm dank faszinierenden Gesangs und der melancholischen Atmosphäre.




Maître Gims / Malheur, malheur
Ein weiterer Künstler, dessen Stimme mich beeindruckt hat. Teil des Kollektivs Sexion D'Assaut und ebenfalls solo unterwegs ist Maître Gims. Eingängige Melodien und Rhythmen sind bei seiner Mischung aus Pop und Rap inklusive. Somit geht das aktuelle Album "Ceinture noire" schnell in die Beine und die Texte ins Gedächtnis, ist jedoch auf die Dauer etwas einfältig.



BB Brunes / Eclair Eclair
Wo ich Sexion D'Assaut nenne, darf auch die Band BB Brunes nicht fehlen. Denn beide Gruppen trugen als Teil der Schulbücher zu meinem ersten Eindruck über französische Musik bei. Und tatsächlich höre ich gern ihre alten, rockig-punkigeren sowie die neuen, etwas ausgefeilteren Stücke. 


Therapie TAXI / Pigalle
Weiter geht's mit einer Band, die im Februar diesen Jahres ihr Debütalbum veröffentlicht haben. Das Trio Therapie TAXI machen Musik mit einem frechen Sound. Sie selbst bezeichnen diese als Genremix, in dem "Folk mit Elektro flirtet". 



Christine and the Queens / Christine
Ebenfalls mit elektronischen Einflüssen erfrischt Christine and the Queens. Die atmosphärischen Songs der Singer-Songwriterin gehen dabei nicht ohne die entsprechenden Dance Moves daher. Genauso wie der Künstlername, der von Drag Queens inspiriert wurde, die zu den Performances der Sängerin tanzten.




Serge Gainsbourg / La javanaise
Der letzte Song, den ich vorstellen möchte, ist ein Klassiker. Serge Gainsbourg ist durch seine provokanten Liedern wohl eine französische Kultfigur geworden und darf deshalb in meiner Playlist nicht fehlen. Für den etwas tempogemäßigten, humorvollen Abgang.



Wie bei meinem letztem Songempfehlungsbeitrag habe ich auch hier eine Playlist "oh là là" erstellt mit weiteren Songfavoriten und Künstlern, die ich auch in Zukunft mit neuen Entdeckungen ergänzen werde.

RECORDS ARE A GIRLS BEST FRIEND