Mittwoch, 4. Juli 2018

DIE BERLIN CITY GIRLS, BOYS 'N' BANDS



Es gibt sie alle. Songs über Berlin. Songs, aufgenommen in Berlin. Oder geschrieben in den gezeichneten Gassen und Straßen Berlin's. Die deutsche Hauptstadt wirkt anziehend für die Schaffenden und Nachschaffenden einer regen kulturellen, künstlerischen Szene. Und so verschlägt es auch die ein oder andere Band und Musikerin sowie Musiker in die City. Vielleicht vom anderen Ende der Weltkarte oder dem Viertel nebenan. Das brachte mich auf eine neue Playlist-Idee. Jedoch geht es dabei weniger um bestimmte Inhalte oder Charakteristika der Songs. Die einzig vorausgesetzte Gemeinsamkeit ist, dass dessen Interpreten zur Zeit in Berlin beheimatet sind.

Bayuk / Haaappiiiiiiiiiiiiinneeeeezz
Zeit für Melancholie. Anders als der Titel es vermuten lässt, klingt dieser Song nicht einmal entfernt quietschig und vergnügt. Vielmehr betrübt und reflektierend. Um die ruhige Stimmung in den Vordergrund zu stellen, bleibt ebenfalls die Instrumentierung zurückhaltend. 



Vegas / End of the World
Als erste Single-Auskopplung vom noch unveröffentlichten Debütalbum präsentiert die Künstlerin Vegas Weltuntergangsstimmung im geheimnisvoll verträumten Gewand. Eine warme Stimme, die von Sehnsüchten, Versuchungen und Paralleldimensionen des Alltags singt. Und den Hörer auch ein bisschen in diese fremden Dimensionen entführt.




Askers Dodge / Heaven Knows
Der Fête de la Musique sei Dank, habe ich diese Band vor Kurzem entdeckt. Mit Einflüssen wie den Arctic Monkeys und Black Sabbath wurde ich in den Bann der verrucht und herb klingenden Musik gezogen, welche von der Band selbst als "Heavy Indie" bezeichnet wird.


HYMMJ / Guillotine

Ebenfalls eine Band, die mich mit ihren lässigen Songs überzeugen konnte. Seit ihrem Debüt in 2017 bereichert das Indie-Rock Kollektiv die Hauptstadt mit ihren auszeichnenden Basslines und dem dynamischem Zusammenspiel von Rhythmus und Melodie. Das passt.




Jeannel / Karma
Zerbrechlich, filigran beim ersten Eindruck. Doch bei näherem Betrachten besteht dieser liebliche Hauch aus kraftvolleren, entrüsteten Segmenten. Ein Klang wie eine Raubkatze, die sich auf samtenen Pfoten anschleicht, leise für Spannung in der Atmosphäre sorgt.




And The Hurley Sea / Extracted
Einer der Songs des neuen Albums "The Unknown Arriving", an welchem das Trio ganze vier Jahre arbeitete. Titel wie die raue See - mal gefährlich ruhig, dann aufbrausend. Wobei "Extracted" letzterem angehört mit seiner fast unheilvollen Schwere im Sound. Alle Lieder sind dabei von spürbarer Ehrlich- und Nachdenklichkeit begleitet.



Kat Frankie / Headed for the Reaper
Die Frau in Rot, die mit ihrem Gesang beeindruckt. Ob im eleganten Saal der Volksbühne Berlin oder vor ausgelassenem Festivalpublikum. Dafür sind die Songs des aktuellen Albums "Bad Behavior" ein Atmosphäre schaffendes Element. Warum ich "Headed for the Reaper" für die Playlist ausgewählt habe? Das hängt mit dem Hintergrund des Songs zusammen, der mich nicht nur einmal zum schmunzeln brachte. Denn dahinter steckt die Geschichte eines Typen, der sich tot stellte, um mit dem Geld seiner Gedenkveranstaltung Schulden beim Drogendealer zu begleichen. Weil das jedoch nicht ausreichte, überfiel er einen Waffenladen. Die Flucht nicht sehr erfolgreich, hatte die Polizei bald den Verbrecher gefasst, wo alle (außer seine Freundin) überzeugt waren, er sei bei einem Autounfall gestorben. Was muss sich die unwissende Mutter gedacht haben, auf dessen Dachboden er sich einen Monat lang versteckte?



I Heart Sharks / To Be Young
Zehn Jahre lang mischten die vier Wahl-Berliner die Musik-Szene dieser Stadt mit ihrem elektrisierenden Indie-Pop auf. Doch im September diesen Jahres - nach drei Studio-Alben, unzähligen Konzerten und einer letzten Abschiedstour - sagt die Band auf Wiedersehen. Doch ich bin mir sicher, dass so manche Playlist nicht ohne ihre beschwingten Songs auskommt. So wie meine mit "To Be Young".



Children / Lover's Leap
"Berlin Dream Pop". So beschreiben die beiden Freundinnen Steffi und Laura ihre musikalischen Kreationen. "Lover's Leap" ist dabei die aktuelle Single. Entspannte Melodien, die mit einem wolkig leichten Gesang und Synths zu einer angenehmen Klangerfahrung ergänzt werden. 




The Lovely Days / From Where You'd Rather Be
Die Parcels sind nicht die einzigen, die das schöne Byron Bay in Australien verlassen, um in Berlin mit ihrem musikalischen Projekt durchzustarten. So landeten auch die beiden Brüder Tennyson und Holden Nobel vor kurzer Zeit dort. Einst Teil der Band The Lovely Days mit ihren sonnig warmen Klängen, wird das Geschwisterduo nun unter dem Namen Imbibe einen Neuanfang wagen.



VØR / Mr. Lover
Ein weiteres Gesangstalent, das Berlin unsicher macht. Mit ihrer klaren und unglaublich intensiven Stimme. Auch wenn das Versehen der Songs mit Elektroelementen, die langsam eintönig erscheinen, nicht vollständig meinem persönlichen Gefallen entspricht - es steckt einiges an positivem Potenzial in dieser Sängerin.



Ponte Pilas / Better Of
Zum Abschluss gibt es noch eine Portion Rock mit auf den Weg. Denn rocken - das kann das internationale Quartett von Ponte Pilas. Am besten natürlich in gefüllten Clubs auf der Bühne, wo ausnahmslos jeder ins Schwitzen kommt. Angefeuert durch dynamische Songs, die hier und da eine assoziative Parallele zum Soundtrack alter Indie-Filme ziehen lassen.


Wie bei den beiden Vorgängern dieser Playlist Idee gibt es wieder auf Spotify die passende Songsammlung (auch diese wird regelmäßig aktualisiert). Mit weiteren Lieblingsliedern der vorgestellten Künstler und auch anderen Berlin-Perlen wie zum Beispiel: Dena, Gurr, Slow Steve, Fenster oder Private Agenda.


RECORDS ARE A GIRLS BEST FRIEND