Mittwoch, 24. Oktober 2018

GEDANKEN ZU GEDACHTEM



Gedanken zu Gedachtem - oder: Auf der Suche nach dem Sinn dieses Blogs

Es ist gesetzt. Mein Zeitlimit, um die scheinbar imaginären Dinge zu fassen. Den Gedanken hinterher zu jagen und daraus ein prosaisches Bild zu malen, dass du nun betrachten kannst. Eine Stunde. Eine Fahrt von Bremen nach Hamburg. Bei einer großen Tüte Schmalzkuchen vom Freimarkt.

Und wie kam ich dazu? Nun...

Bahn fahren. Unbewegt sein in der Bewegung. Vorbeischnellende Lichter oder eine verschlossene Dunkelheit gaben mir schon immer Anhaltspunkte. Für die besten Ideen, eine Motivation, auch Grundlage für Gedankenskizzen. Ganze Pläne breiten sich vor mir aus, die von A nach B führen und wieder zurück. Schleichwege. Neue Abzweigungen. 

Seit einiger Zeit begleitet mich also eine verworrene Karte, betitelt mit "mein Blog". Doch zugehöriger Reiseführer fehlt. Ich muss selbst entscheiden, wo ich hin möchte, welche Ziele ich ansteuere. Und das brachte mich ungeheuer ins Grübeln.

Denn im Moment besteht keine Struktur, an der ich mich festhalten kann. Kein Verlaufsvorschlag. Rein Willkür und ein "ich schreibe über das, was ich möchte; wann ich möchte; und wie es am besten passt" liegt in der Luft. Auch Grund, warum in letzter Zeit kaum ein Text von mir in den digitalen abgefreakt.de Bestand aufgenommen wurde.

Doch das führt sogleich zur (für mich) schwierigsten Frage: Möchte ich daran überhaupt etwas ändern?

Es geht auf dieser Seite um meine persönlichen Musikempfehlungen, neue Entdeckungen und beeindruckende Konzertbesuche, die ich nicht für mich behalten und mit Gleichgesinnten teilen möchte. Dafür bist du doch hier, oder? Und warum würde ich mir dann diesen Zwang des "Ablieferns" auferlegen?

Weil man ohne einen Plan nicht an sein Ziel kommt. Und wenn man gar kein Ziel hat? Tja dann...

Die Gedanken kreisen. Schicke ich den Blog in einen Winterschlaf, bis mir die Erleuchtung kommt? Brauche ich eine weitere Person im Boot, die mir beim Paddeln hilft? Zwei Jahre an Mühe und einer damit einhergehenden Bereicherung möchte ich ja nicht einfach liegen lassen. Und je weiter ich diese Kreise zeihe, umso näher oder entfernter scheint dieses persönliche Projekt des Blogs.

Auf lange Sicht wird eine Sache jedoch klar. Dass der Blog quasi ein Teil von mir ist und bleiben wird. Zu viele Ideen und großartige Musik brennen mir in den Fingern, die nur auf den richtigen Zeitpunkt warten, all das niederzutippen. ABER. Um das zu tun und mit meinem Alltag zu vereinbaren (vor allem das), habe ich beschlossen, dass ich etwas zum Festhalten brauche. Auch wenn es nur eine kleine Handzeichnung ist, die mir hilft, zu entscheiden, wo ich abbiegen muss. 

Das Tüfteln daran wird auch in Zukunft die ein oder andere Bahnfahrt brauchen. Und nicht nur das. Vielleicht brauche ich auch genau dich! Denn meine Überlegungen schließen natürlich auch die Leute ein (die wichtigsten Personen hier auf dem Blog), die meine ganzen Ausführungen tatsächlich lesen. Für welche Beiträge interessierst du dich? Sind es Konzertberichte, thematische Playlisten, Vorstellungen zu Künstlern und Alben, ob aktuell oder Oldie? Oder persönliche Anekdoten und Kolumnen im Leben vom Musikliebhaber? Interviews? 

Und zu welcher Tages- und Uhrzeit liest du diese Beiträge am liebsten? Montagvormittag als Start in die Woche oder doch lieber Sonntagnachmittag als Lektüre zum Tee? Wie hast du bisher zu aktuellen Texten gefunden? Über Facebook, Instagram? Ist Facebook überhaupt noch relevant?

Fragen, Fragen, Fragen. Und ich hoffe bald auf eine Antwort. Oder Tendenz. Damit bald neue Strukturen und vor allem neuer Inhalt für den Blog erstrahlt. Klar bin ich da absolut dankbar für dein Feedback, es kann die Sachen nur besser gestalten und letztendlich ist ein Blog immer ein Projekt zwischen Leser und Schreiberling.

Langsam rollt der Zug in den Bahnhof ein und von den Schmalzküchlein ist einzig etwas Puderzucker übrig. Zeit die Gedanken in die Welt zu schicken. 


RECORDS ARE A GIRLS BEST FRIEND